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Die Stigmatisierung von psychischen Krankheiten

Die Stigmatisierung von psychischen Krankheiten

Die Gesundheitsberichtserstattung der Krankenkassen zeigt, dass Krankschreibungen aufgrund von psychischen Diagnosen ansteigen. So fasst die DAK zusammen, dass sich die Arbeitsunfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen in den letzten zwanzig Jahren verdreifacht hat. Auch die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt kann nach überstandener Krankheit aufgrund der bestehenden Stigmatisierung schwierig sein.

Eine psychische Erkrankung stellt Betroffene vor gleich zwei Anforderungen. Zum einen muss mit den vielfältigen Symptomen der jeweiligen Krankheit wie etwa Schlaflosigkeit, Stimmungstiefs oder Angstzuständen umgegangen werden. Zusätzlich ist oft aber auch die negative Reaktion Anderer auf die eigene psychische Problematik eine hohe Belastung.

Leider ist auch heutzutage der gesellschaftliche Umgang mit psychischen Krankheiten immer noch häufig stigmatisierend. Diese sogenannte öffentliche Stigmatisierung zeigt sich in unterschiedlichen negativen Stereotypen, Vorurteilen und Diskriminierung.

Da psychische im Gegensatz zu körperlichen Erkrankungen nicht sichtbar sind, ist das Verständnis des Umfelds für die Krankheit häufig geringer. Ein Mensch, der aufgrund eines gebrochenen Beines bettlägerig ist, wird von anderen eher verstanden als jener, welchen seine Depression von der Alltagsbewältigung abhält. Depressive Menschen werden manchmal eher als faul erachtet, da ihnen nach äußerer Einschätzung ja nichts „Offensichtliches“ fehlt. Manche Menschen übernehmen selbst diese gesellschaftlich wahrgenommenen Vorurteile, was zu einer Verringerung des eigenen Selbstbewusstseins führt.

Was tun bei wahrgenommener Diskriminierung?

In Deutschland gibt es verschiedene Initiativen zur Bekämpfung der Stigmatisierung psychischer Krankheiten. So setzt sich beispielsweise das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit (www.seelischegesundheit.net) für Gleichberechtigung und Integration von Betroffenen und ihren Angehörigen ein.

Die Angst vor Ausgrenzung kann sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken. Auch die Inanspruchnahme von professioneller Unterstützung kann aus Sorge vor der Reaktion anderer gehemmt werden. In vielen Fällen kann es jedoch hilfreich sein, mithilfe eines Psychotherapeuten bzw. Psychiaters die eigene Situation zu evaluieren. Im gemeinsamen Gespräch kann erörtert werden, wie mit der Krankheit im privaten und beruflichen Alltag umgegangen werden soll.