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Wenn der gute Wille zum gesunden Essen zur Falle wird

Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Baustein für eine bessere Lebensqualität, unsere Gesundheit und unser Wohlgefühl. Gerade in einer Zeit, in der die Auswahl an Lebensmitteln unendlich scheint, beschäftigen sich immer mehr Menschen mit der Frage, wie sie ihre Ernährung optimieren können. Die Ansprüche an gesunde Ernährung, aber auch an ethisch vertretbares Einkaufs- und Essverhalten gehört für viele Menschen zum Lifestyle. Die Medien präsentieren das Thema entsprechend intensiv, Restaurants und Supermärkte stellen sich auf die anspruchsvolle, aber auch zahlungskräftige Kundschaft ein. Immer mehr Lebensmittel fallen durch das Raster, da sie als krebserregend, allergieauslösende oder manipuliert eingestuft werden.

Verantwortungsvoller Umgang oder Zwang?

Die Beschäftigung mit Themen der Ernährung zeigt einen verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Körper, jedoch kann die intensive Beschäftigung mit und die Suche nach vermeintlich optimalen Lebensmitteln zu einer zwanghaften Fixierung werden. Mediziner nennen dieses Phänomen Orthodoxie oder auch Diätwahn. Dabei geht es den Betroffenen in der Regel nicht um die Menge der verzehrten Kalorien, sondern sie legen extrem hohen werden auf bestimmte Bestandteile ihrer Nahrung bzw. auf die Vermeidung von als schädlich eingestuften Inhaltsstoffen. Diese Fixierung kann absurde, ja krankhafte Ausmaße annehmen: etwa stundenlanges Grübeln über die Zusammensetzung der Nahrung, der Anspruch unbedingt Kontrolle über den Vitamingehalts der verzehrten Lebensmittel zu haben oder die ständige „Jagd“ nach gesünderen Lebensmittel und dafür hohe, nicht nur finanzielle Kosten zu Investieren. Der Leidensdruck für die Betroffen kann erheblich sein. Etwa durch die bis zur Panik reichende Angst sich durch „falsche“ Lebensmittel zu schädigen oder wenn das Einhalten der sich selbst gesetzten strikten Regeln auch das gesellige Leben einschränkt, auch wenn das ständige Grübeln die Konzentration auf andere wichtige Belange beeinträchtigt.

Folgen des Zwangs

Viele Betroffene fühlen sich von ihrem Umfeld unverstanden und wollen sich zurückziehen. Die Obsession auf bestimmte Inhaltsstoffe der Nahrung, kann zu Mangelernährung führen oder extremes Untergewicht nach sich ziehen. Und somit gesundheitsschädliche Auswirkungen haben. Unter Fachleuten wird diskutiert, ob die zwanghafte Fixierung im Bereich der psychische Erkrankungen eingestuft werden sollte oder lediglich als ein neuer Trend registriert werden kann. Und wenn aufgrund des Leidensdrucks und der möglichen schweren Folgen für die Betroffenen von eine seelischen Erkrankung auszugehen ist, in welchem Bereich diese zu sehen ist. Zunächst läge es nahe, sie als eine besondere Form der Essstörungen zu werten oder aber in Hinblick auf die zwanghafte Erlebensmuster zu den Angst- und Zwangsstörungen zu zählen. In jedem Fall besteht bei den Betroffenen in vielen Fällen erheblicher Leidensdruck, so dass eine psychotherapeutische Behandlung indiziert ist.